• Brina Capriolo

Blogeintrag #2 - Das Wort "nur" muss verschwinden

Immer wieder lese ich dieses verfluchte Wort. Immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich es selber benutzte und meine Leistung, meine Arbeit damit selber niedermache. Und das muss aufhören. Verdammte scheiße nochmal. Es wird Zeit, dass wir aufhören, uns selbst schlechter zu machen als wir sind.


So oft lese ich auf Instagram und Co. wie Autoren ihr Buch bewerben mit „nur als e-Book“. Ich merke selbst, dass ich es immer wieder sage. „Every Beat of My Heart“ wird nur als e-Book erscheinen. Aber wieso sagen wir das?


Hat das e-Book weniger Arbeit gemacht als ein Print?

Nein!

Hab ich weniger Zeit und Liebe in das e-Book investiert, als in ein Print?

Nein!

Habe ich eine schlechtere Geschichte geschrieben, weil es „nur“ ein e-Book ist?

Natürlich nicht!


Es reicht! Hier und jetzt muss das aufhören. Und das fängt zu allerst bei uns Autoren an. Wir müssen aufhören unsere Arbeit, unter Wert zu verkaufen. Wir alle haben genauso geschwitzt und geackert für unsere e-Books, wie die Autoren, die ihre Prints rausbringen. Es hat unterschiedliche Gründe, wieso ein Buch als e-Book erscheint. Manchmal ist es eine bewusste Entscheidung – besonders im SP-Bereich, manchmal denkt sich ein Verlag etwas dabei. Manchmal haben die Umstände gerade einfach nicht anders gepasst. Egal wieso, weshalb, warum. Die Bücher sind genauso hart erarbeitet und mit Liebe gefüllt. Egal ob sie auf einem E-Reader erscheinen oder auf Papier.



Aber nicht nur wir Autoren müssen aufhören unsere Bücher „nur“ als e-Book zu bewerben. Blogger sind auch in die Pflicht genommen. Ja, ein Print lässt sich auf Bildern sicherlich schöner präsentieren. Glaubt mir, wir Autoren möchten unsere Werke sehr gerne in Papierform in den Händen halten, aber das geht nicht immer. Und es ist nicht fair Belegexemplare abzulehnen, weil es „nur“ ein e-book ist. Es ist unverschämt! Punkt. Ja, ihr steckt Arbeit in eure Bilder, Berichte und Rezensionen. Und das ist fantastisch. Aber es tut mir leid, das so hart mal zu sagen, es ist nicht vergleichbar mit dem Schreiben eines Buches. Und man darf auch nicht vergessen, wir Autoren müssen sehr oft unsere Printexemplare selbst kaufen und an euch weitergeben. Das ist eine Kostenrechnung, die gerade am Anfang einfach nicht aufgeht.


Wisst ihr eigentlich, wie schmerzhaft es ist zu hören, dass man weniger wert ist, weil man „nur“ ein e-Book vergibt? Sind wir Autoren zweiter Klasse deswegen? Viele Autoren, die ich kenne, die „nur“ e-Books rausbringen bereiten dafür liebevoll Goodies vor, um den Bloggern und Lesern eine Freude zu bereiten. Sie investieren viel in Marketing, damit man wenigstens eine winzige Chance hat, dass das eigene Buch vermarktet wird. Doch es fühlt sich wie ein Kampf gegen Windmühlen an.


Auf allen Seiten wird für mehr Toleranz, Akzeptanz und Gleichberechtigung geschrien. Doch wo leben wir das in der Buchbubble? Ich höre immer und immer wieder das Wort „nur“ und möchte einfach weinen. Wir müssen aufwachen und aufhören damit! Wir alle, gemeinsam. Wir Autoren. Ihr Blogger. Denn am Ende wollen wir doch alle das gleiche, wundervolle Geschichten erleben und für ein paar Stunden die Welt vergessen. Macht es da wirklich einen Unterschied, ob diese Geschichte auf einem Display steht oder auf Papier?


Danke für eure Aufmerksamkeit.


Eure Brina

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