• Brina Capriolo

Blogeintrag #1 - Wieso ich Social-Media verlassen habe


Es war eine spontane Entscheidung und dann gleichzeitig auch wieder nicht. Seit Monaten, wenn nicht sogar schon seit einem Jahr, nervte mich Instagram nur noch. Es tat mir nicht mehr gut, ich ärgerte mich mehr, als das ich Freude empfand. Jeden Tag wurde es schlimmer, meine einst so bunte und offene Buchbubble verwandelte sich in ein schwarzes Loch des Hasses, Neids und politischen Nonsens. Egal, was man sagt- egal, was man nicht sagt, es war grundsätzlich falsch. Es gab keine Diskussionskultur mehr, nur die Meinung der Großen zählte und alle anderen wurden niedergemacht. Je mehr in die eine Richtung gedrückt wurde, desto mehr hatte ich das Bedürfnis in die andere Richtung zu gehen.


Erst zog ich mich einfach nur so zurück, postete selbst weniger. Eine Weile ging das. Aber ich merkte, dass ich Content konsumierte, der mir nicht mehr guttat. Ich nur noch auf Zahlen achtete und an der Reichweite verzweifelte. Ich wollte nicht einfach etwas posten, damit ich im Algorithmus blieb. Wenn gerade nichts zu sagen war, habe ich es gelassen. Doch das hat meine Zahlen komplett gedrückt und damit auch meine Stimmung.


Und dann kam Tag X, wo ich einfach ohne jede Ankündigung meinen Account deaktivierte und den Rückzug antrat. Ich hatte nicht mehr das Gefühl, dass meine Stimme irgendwas wert war, dass mich diese ganze Buchbubble nur noch krank machte und mir die Freude am Schreiben nahm. Und das war es nicht wert. Ich brauchte den Abstand, um mir klar zu werden, was ich eigentlich möchte.


Einige Leute haben nach meinem Verschwinden über meine Website Kontakt aufgenommen, was mir wirklich viel bedeutet hat. Das zeigte mir, warum ich einst diese Buchcommunity so sehr geliebt habe. Der Austausch, über Projekte und Arbeitsprozesse. Das Verständnis, das nur Autoren untereinander aufbringen können, weil wir alle oft ähnliche Probleme und Schwierigkeiten haben. Der Zusammenhalt, der einen in dunklen, kreativlosen Stunden aufrecht erhält.


Und ganz langsam kam die Lust und Kraft zurück. Allerdings war mir klar, dass ich etwas ändern muss. So wie es vorher lief, konnte es nicht weitergehen. Mir ist bewusst, dass noch immer diese toxische Stimmung besteht, die mich halb wahnsinnig macht und doch möchte ich Instagram eine letzte Chance gebe. Es stehen so viele tolle Dinge an, die ich mit euch teilen möchte, ich vermisse die vielen SPler und Künstler, deren Arbeiten ich so gerne verfolgte. Ich möchte meine Buchbubble zurück... aber zu meinen Bedingungen.



Mein Plan ist es Social-Media nur noch sehr dossiert und sehr gefiltert zu konsumieren. Ich habe meinen Account brina_capriolo wieder aktiviert und möchte dort auch weiterhin meine ungefilterte Meinung äußern, aber ich werde den Personenkreis, den ich selbst konsumiere, deutlich reduzieren.

Leider ist und bleibt Instagram ein Marketing-Tool, auf das man in der Buchwelt nicht mehr verzichten kann. Was irgendwie ärgerlich ist. Vor allem, wenn sich Instagram immer mehr zu tiktok wandeln will. Dann kann ich die Plattform eh wieder vergessen. Videos und Reels sind nicht meins, dann wäre ich von vornherein auf die andere Plattform gewechselt. Ich suche also gleichzeitig zu meiner Wiederkehr auch nach Alternativen. Falls ihr Ideen habt und es euch auch so geht, wäre ich froh über jede Idee.


Diese Pause von Social-Media hat vieles klarer für mich gemacht. Es ist wichtig, zu filtern und zu erkennen, wenn einem etwas nicht mehr guttut. Diese politische Bewegung in der Szene gefällt mir nicht, dieses alles in Watte packen macht mich persönlich krank. Aber das werde ich nun konsequenter umgehen und diese Leute aus meiner Bubble aussperren. Ich möchte nur noch mit Leuten einen Austausch haben, die ähnlich ticken und ähnliche Interesse haben. Im Privatleben suche ich mir meine Freunde und Bekannte schließlich ebenfalls aus. Und das werde ich online mit meinem Account ebenfalls machen.


Es ist auf jeden Fall schön, wieder ein paar vertraute Gesichter zu sehen und den ganzen Buchcontent meiner Liebsten aufzusaugen. Ich freue mich auf die vielen Geschichten, die ich jetzt wieder entdecken kann.


Eure Brina

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